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Armut ist bei uns kein Schicksal mehr. Armut passiert und existiert dennoch täglich. Armut wird vor allem auch gemacht. Zählst du dich zu den Armen oder zu den Reichen? Fairness ist ein Gebot der Stunde, denn leben wollen alle. Und zwar so, dass man wenigstens überleben kann. Ist unser Luxus fair? Stellvertretend für die Gesellschaft – selbst in der Kirche – haben es immer Einzelne, (Ordens-)Gemeinschaften oder später Institutionen getan: sich um Arme gekümmert. Die Caritas ist dafür heute eine Marke. Um zu helfen, braucht man Mittel. Die Geschichte dieses Landes hat der Kirche auch viel Reichtum zugewiesen. Die Stifte machten so einst das Land urbar und sind bis heute ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Wie „reich“ aber darf und muss eine Kirche sein, wenn sie „Armen“ helfen will?

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Astrid Kury, 18.12.2017

Was kann an Armut fair sein, wenn man an die vielen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten denkt, die Armut befeuern?! Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu, das weiß doch jeder. Im Kult um die Leistung vergessen viele Menschen, dass sie vor allem viel Glück gehabt haben. Alleine schon das Glück, in bessere Umstände hinein geboren worden zu sein. Viel von dem, was sie erreicht haben, war nur möglich, weil sie in einer Gemeinschaft, in gesellschaftlichen Strukturen leben, die viel an Möglichkeiten und Unterstützung bereitgestellt haben. Jeder individuelle Erfolg ist eingebettet in die Mithilfe vieler. Wer begünstigt ist, ist ethisch verpflichtet, für Ausgleich zu sorgen.

Florian Traussnig, 18.12.2017
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Marxistisch gesprochen ja, menschlich gesprochen ja, kirchlich gesprochen lautete die Antwort jahrhundertelang "jein": das Almosen für die Armen war gern gesehen und ein gutes Werk, ein Instrument zur Sündentilgung, aber Bettler (und andere Weniger-gut-Situierte) sollten den ihnen zugewiesenen gesellschaftlichen Platz gefälligst nicht verlassen, denn "so hatte es der Herrgott halt ein'gricht in der Welt". Heute gibt es hier ein umfassenderes, aufrichtigeres Bewusstsein und gerade die Kirche ist vielfach ein großer und authentischer "Player" in der Armutsbekämpfung. Was aber nicht heißt, dass wir als Gesellschaft (auch ich in meiner Bequemlichkeit) die neuen Formen wirtschaftlicher Ungerechtigkeit vernachlässigen dürfen. Die Globalisierung macht Armut heute vielfach unsichtbar. Was aber antwortet die Fabrikarbeiterin in Bangladesch, die - mit einer giftigen Brühe hantierend - ein Paar Jeans einfärben muss, das bei uns um im Krawalldiskonter um 6,99 € verkauft wird (wovon auf sie 1% Lohn entfallen), auf diese Frage, die wir uns hier in der Steiermark stellen?

Katrin Leinfellner, 12.1.2018
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Eigentlich schon. Allerdings stellt sich schon die Frage, was "Armut" eigentlich bedeutet! Geht es im finanzielle Armut, Beziehungsarmut, Gefühlsarmut, ...? Sind wir in dieser Hinsicht nicht alle arm und reich zugleich?

Hans-Georg Bauer, 2.2.2018
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 Selbstverständlich! "Solidarität" ist nicht nur der Name einer polnischen Gewerkschaft.

Anonym, 2.3.2018
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Die Frage an sich ist falsch gestellt. Der Begriff Armut beschreibt sich selbst schon als empfundene Ungerechtigkeit. Armut hat immer etwas Negatives. Etwas fehlt, ob das jetzt geistige Armut oder materielle Armut ist. Wir kennen Armut in Verbindungen wie arm an Phantasie, an Empathie, arm an Mitgefühl, arm an Vorstellungsvermögen, arm an sprachlichem Ausdrucksvermögen usw.

Anonym, 2.3.2018
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Die Frage an sich ist falsch gestellt. Der Begriff Armut beschreibt sich selbst schon als empfundene Ungerechtigkeit. Armut hat immer etwas Negatives. Etwas fehlt, ob das jetzt geistige Armut oder materielle Armut ist. Wir kennen Armut in Verbindungen wie arm an Phantasie, an Empathie, arm an Mitgefühl, arm an Vorstellungsvermögen, arm an sprachlichem Ausdrucksvermögen usw.

Eckhard Lukesch, 5.2.2018
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Nicht in jedem Fall! Wenn die Armut unverschuldet ist, dann ist Helfen angesagt. Aber wer nicht arbeiten will und die Gemeinschaft ausnützt, hat sich Armut selbst zuzuschreiben.

Maria Leitinger (für die 1a der Fachschule Burgstall), 6.3.2018
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Ja, es ist unfair. Es gibt Menschen, die können nichts dafür, dass sie arm sind. / Meiner Meinung nach ist Armut deswegen nicht unfair, weil die betroffenen Menschen aus ihrem Leben nichts gemacht haben. / Kinder können nichts für die Armut der Eltern. / Kinder kommen aus der Armut oft nicht heraus - es braucht Bildung! / Armut ist wie eine Krankheit. / Herkunft entscheidet meist über Armut. / Sucht führt zu Armut. / Es gibt Berufe - da macht man viel Arbeit für wenig Geld.

Helga Ruschka, 12.1.2018
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Ja. Oft ist Armut durch Ungerechtigkeit entstanden. Armut entsteht durch Krieg. Armut lässt sich durch Solidarität und Mitgefühl mindern. Mehr Gerechtigkeit kann durch Teilen entstehen. Nächstenliebe ist unteilbar.

John, 10.4.2018
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Armut kann unfair sein, jedoch kommt es auf die Perspektive an, aus der man die Dinge betrachtet.

Georg, 19.3.2018
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Was ist Armut? Zeigt sich diese finanziell, gesellschaftlich oder seelisch? Ich denke da etwa an Rilke, der einer Bettlerin eine Rose schenkte - die war für diese wertvoller als alles Geld ...

Matthias Kahlbacher, 25.3.2018
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Die Frage ist falsch gestellt. Armut hat verschiedene Ursachen. Wenn wer unschuldig in Armut gerät, ist das selbstverständlich unfair - aber nur dann.

4. Klasse der HTL Weiz, 24.4.2018
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Man muss unterscheiden zwischen hineingeborener Armut und selbstverschuldeter Armut ... Grundsätzlich sind wir mit der Aufgabe auf die Welt gekommen, das Leben zu meistern und für unsere Taten selbst verantwortlich zu sein. Auf der anderen Seite gibt es Schicksal. Ist Schicksal unfair? Zudem muss man hinzufügen, dass Armut von der jeweiligen Ansicht abhängt: Wir definieren Armut immer im Verhältnis zu anderen ... zu unserem Nachbarn, Menschen in Afrika, etc.

Bernhard, 29.4.2018
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Fair oder nicht fair liegt im Auge des Betrachters. Die Antwort ist aber auch irrelevant. Wichtig ist, Armut schadet der Gesellschaft als Ganzes. Armut in der Gesellschaft und Segregation schadet auch den "Reichen" und deren Kindern. Armut in der Gesellschaft gefährdet unser Sicherheitsgefühl, unsere Freiheit, unsere Kreativität und unsere Entscheidungsfreiheit. Die Angst vor Armut, die jeden treffen kann, erzeugt Angst und Angst schränkt ein. Nicht nur Einzelne, sondern Alle. Dies mag man nicht wahrhaben, aber mit ein bisschen nachdenken wird es offensichtlich.
 

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Ist Armut unfair?

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